Anlass und Ziel des Wettbewerbs
Der vorliegende Wettbewerb ist ein Baustein des Projekts „Klimaquartier Ramersdorf“. Ziel dieser Maßnahme ist es, auf der Basis der gesamtstädtischen Zielsetzung der Erreichung der Klimaneutralität bis 2035, das Quartier zwischen Claudius-Keller-Straße, Rosenheimer Straße und Wilramstraße in Ramersdorf zu einem klimaneutralen und klimaresilienten Quartier mit Vorbildcharakter zu entwickeln, gleichzeitig soll dringend benötigter geförderter und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Der Großteil der Siedlung wurde von 1949 bis 1950 zur Unterbringung von Angehörigen der amerikanischen Luftwaffe errichtet und ist durch eine 3- bis 6-geschossige Zeilenbebauung geprägt.
Die Quartiersentwicklung beinhaltet den Bestandserhalt mit energetischer Sanierung, zusätzliche Wohnraumschaffung durch Aufstockungen, Anbauten und Neubau sowie die Unterbringung von gewerblichen und sozialen Infrastrukturen. Die Modernisierung des Bestandes soll sozial verträglich und bestmöglich in bewohntem Zustand erfolgen. Ziel ist darüber hinaus, die Lebensqualität im Quartier durch die Aufwertung der Frei- und Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität und durch die Errichtung neuer Infrastruktureinrichtungen im Sinne einer Stadt der kurzen Wege zu verbessern. Hierfür wurde von einem interdisziplinären Team das integrierte Quartierskonzept Ramersdorf Süd erstellt, dessen Zielaussagen die Grundlage für den Wettbewerb bilden.
Die Quartiersentwicklung soll in drei Phasen erfolgen: In Phase 1 (in grün dargestellt) werden die Gebäude am nördlichen und östlichen Quartiersrand energetisch saniert, die Sanierung befindet sich derzeit in der Umsetzung. In Phase 2 (in gelb dargestellt) wird die Bebauung energetisch saniert, aufgestockt und durch Anbauten ergänzt. Hierfür wurde bereits ein Antrag auf Vorbescheid gestellt und derzeit erfolgt die Vergabe an einen Generalplaner. Die Phasen 1 und 2 sind somit im Hinblick auf die Gebäudeplanung nicht Bestandteil des Wettbewerbs. Die Phase 3 (in blau mit blauer Umrandung) ist der Bestandteil der städtebaulichen Planung des Wettbewerbs. Neben der Sanierung und Aufstockung von Bestandsgebäuden sind auch Ersatzneubauten zu planen. Im Wettbewerb ist darüber hinaus ein freiraumplanerisches Konzept für das gesamte Quartier zu entwickeln – neben dem Freiraumangebot ist insbesondere auch die Verteilung der Stellplätze und obilitätsangebote auf Quartiersebene zu denken.
Die Klimaresilienz soll neben dem größtmöglichen Erhalt des umfangreichen Baumbestands durch Ergänzungen der blau-grünen Infrastruktur, wie Dachund Fassadenbegrünung, Baumneupflanzungen, Anlage von Verdunstungs und Versickerungsflächen etc., gestärkt werden. Die für das Quartier wichtige bestehende Durchlüftungssituation, insbesondere aus südlicher Richtung (Grünanlage Wilramstraße), ist sicherzustellen und von zusätzlicher Bebauung freizuhalten.
Ziel der Planung ist die städtebauliche und freiraumplanerische Aufwertung des Quartiers und die Schaffung einer Quartiersmitte mit hoher Aufenthaltsqualität sowie die Vernetzung des Quartiers mit der südlich unmittelbar angrenzenden „Grünanlage Wilramstraße“. Möglichst viel zusätzlicher Wohnraum bei größtmöglichem Erhalt des Bestandes, die Unterbringung gewerblicher und sozialer Nutzungen wie Nahversorgungseinrichtungen, Quartierstreff, Kindertagesstätte und Mobility Hub, die bestmögliche Aktivierung von Freiraumpotentialen im Hinblick auf die Nachverdichtung und die Freiraumqualifizierung hinsichtlich Gestalt- und Aufenthaltsqualität, aber auch Verbesserung der Klimaresilienz und Biodiversität, sowie Integration der Flächen für Fahrradabstellplätze und Sharing-Angebote als Teil des obilitätskonzepts sind insbesondere Gegenstand der Planungsaufgabe. Ziel ist auch die Umgestaltung der privaten und öffentlichen Straßen im Sinne der Mobilitätswende und eines autoreduzierten Quartiers. Für diese komplexe, disziplinübergreifende Aufgabenstellung erwartet sich die Ausloberin mit dem vorliegenden Wettbewerb gestalterisch, nachhaltig, funktional und wirtschaftlich überzeugende Lösungen.